Doppelbildstock, Pfarrkirche St. Laurentius

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Standort:

südliches Seitenschiff Pfarrkirche St. Laurentius, Kirchstraße 1

Datierung:

1836

Inschrift:

Westseite: „Zur Verherrlichung Gottes“
Ostseite: „Eheleute Bernhard Schräder gen. Brügge und Anna Maria Brügge, Anno 1. April 1836“

Material:

Sandstein

Quellenhinweis:

Heinrich Pickert, Bild Nr. 65, S. 17, 24, 66, 101
Heinrich Pickert, Bild Nr. 92, S. 24, 66
Ludger Brüggemann, S. 25

Dieser alte Bildstock stammt aus der Bauerschaft Vohren und stand bis zum Ausbau der Bundesstraße 64 am Hof Grachtrup, Vohren 15. Die Doppeltafel zeigt auf der einen Seite das Telgter Gnadenbild und auf der anderen Seite Christus am Kreuz, darunter Maria und Johannes. Der Bildstock ist bekrönt mit der Weltkugel und darauf ein Doppelkreuz.
1836 wurde der Bildstock errichtet, quer zur Straße. Nach Ansicht von Fachleuten ist die Sandsteintafel jedoch etwa 80 Jahre älter. Sie zeigte damals nach Westen die Kreuzigungsgruppe und nach Osten die Telgter Madonna. Pilger und Wallfahrer also, die aus Richtung Beelen nach Telgte wallfahrteten, sahen so auf dem Hinweg die Pietà von Telgte und auf dem Rückweg die Kreuzigungsgruppe. Die Inschrift auf der Westseite unter dem Kreuz lautete: „Zur Verherrlichung Gottes.“ Auf der Ostseite fand sich folgende Beschriftung: „Eheleute Bernhard Schräder gen. Brügge und Anna Maria Brügge Anno 1. April 1836.“
Lange hat der Bildstock an der Straße von Warendorf nach Beelen gestanden. Als Ende der 50er Jahre der Verkehr immer mehr zunahm und die Straße erweitert werden sollte, mußte für den Bildstock ein anderer Platz gefunden werden. Vorübergehend wurde er dann in der Scheune des Hofes Grachtrup eingelagert. Daß es viele Jahre dabei blieb, hat dazu beigetragen, daß die Sandsteintafel in einem verhältnismäßig guten Zustand blieb.
Die Kosten für die Renovierung des Bildstocks betragen mehr als 30.000.- DM. Darum kam es zur Vereinbarung zwischen dem Hof Grachtrup und der Kirchengemeinde, daß der renovierte Bildstock in der Kirche seinen Platz finden sollte. Die Kosten werden ausschließlich durch Spenden aufgebracht.
Während der Restaurierung gab es viele Gespräche zwischen Vertretern der Kirchengemeinde, dem Denkmalamt und dem Restaurator Peez, da die Arbeiten in seiner Werkstatt in Obermarsberg sehr zeitaufwendig waren und ständig abgestimmt wurden. Allein elf Farbschichten waren auf dem Bild. Man entschied sich, drei jüngere Fassungen bis auf die Farbschicht aus dem Ende des 19. Jahrhunderts zu entfernen. Stark sandende Partien mußten gefestigt, alle Risse geschlossen werden, Fehlstellen wurden ergänzt und Farbretuschen angebracht.
Daß sich die Mühe des Restaurators und seiner Werkstatt gelohnt hat, davon kann sich jetzt jeder in der Kirche überzeugen. Die renovierte Tafel des Bildstocks ist auf einzigartige Weise ein Ausdruck der Volksfrömmigkeit unserer Vorfahren. Darum sah es der Kirchenvorstand als seine Aufgabe an, dieses Zeugnis des Glaubens und der Frömmigkeit zu achten und in Ehren zu halten.