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Kloster Vinnenberg, Beverstrang 37

52.0275, 7.96708

Standort:
Kloster Vinnenberg, Beverstrang 37
Art:
Heiligenfigur
Besitzer:

Der Bischöfliche Stuhl zu Münster

Quellenhinweis:

Karl Hölker, Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Kreis Warendorf, Münster 1936, S. 372 ff.
www.kloster-vinnenberg.de

Die Klosterkirche von Vinnenberg ist der älteste Marienwallfahrtsort im Bistum Münster. Das Gnadenbild der "Muttergottes Maria vom Himmelreich" aus dem 13. Jahrhundert nahm Bischof Clemens August von Galen 1941 bei der Auflösung des Klosters in seine Obhut. Beim Großangriff auf Münster im Oktober 1943 wurde es im Bischöflichen Palais zu Münster zerstört. Die Kopie, die der Bischof nach dem Krieg in Auftrag gab, schuf der Füchtorfer Künstler Josef Picker.

Ein alter Stich von 1674 des Künstlers Johann Heinrich Löffler zeigt die gekrönte Muttergottes mit dem Kind, die mit einem weiten Mantel bekleidet ist, eine typisch barocke Darstellung. Im Hintergrund links ist das Kloster Vinnenberg dargestellt, davor sieht man rechts und links Maria und Johannes. Diese Darstellung erinnert an die Gründungslegende des Klosters. "Die Legende erzählt in der typischen Art mittelalterlich-frommer Denkweise vom Ursprung des Klosters: Die Ritter Bernhard und Johann von Vinnenberg, die wegen der Aufteilung des geerbten Adelshofes Vinnenberg im Streit lagen, sahen in mondheller Nacht, wie eine Frau und ein jüngerer Mann den Hof abschritten, ihn sorgfältig maßen und sich dann ermüdet auf einem Baumstamm niedersetzten. Sie erkannten in ihnen die Gottesmutter Maria und den Apostel Johannes - waren sie doch gekleidet, wie man damals Maria und Johannes zu malen pflegte. Sofort eilten sie in den Hof, fanden jedoch niemanden mehr. Nur ein roter Seidenfaden lag auf dem Stamm, auf dem sie sich ausgeruht hatten. Die zerstrittenen Brüder deuteten das Zeichen richtig: Unter dem Eindruck der Vision einigten sie sich und übergaben ihr väterliches Erbteil zu Ehren der Gottesmutter, des hl. Johannes des Täufers und des hl. Apostels Johannes den Schwestern des kleinen Klosters Marienberg "zur erweiterung und Stiftung vorerwänten Jungfrawen Cloisters". Die Legende "erweist sich als phantasievolle Ausschmückung einer ganz anders geprägten Wirklichkeit" und bildete sich erst in "nachreformatorischer Zeit", in der "offensichtlich ein Bedürfnis zur Erklärung der Gründung bestand" (Leidinger).

Urkundlich bestätigt wurde das Kloster Vinnenberg zwischen 1250 und 1256 auf einer Insel in der Bever, dem Besitz der Ritter Bernhard und Johann von Vinnenberg.
Aus dem Baumstamm, auf dem die Gottesmutter und der hl. Johannes nach der Vermessung des Hofes gesessen hatten, ließ Bernhard von Vinnenberg vier Plastiken anfertigen: drei Bildnisse der Mutter Gottes und eines der hl. Anna. Das kleinste der damals geschaffenen Marienbilder wurde das Vinnenberger Gnadenbild: die "Mutter Gottes vom Himmelreich". (Näheres hier unter Kloster Vinnnenberg Doppelbildstock, unter www.kloster-vinnenberg.de und in verschiedenen Beiträgen in wikipedia).

Am Altar vor der Kirche unter dem großen Holzkreuz wird jedes Jahr die Wallfahrt mit vielen Pilgern eröffnet. Vor dem Kreuz liegt das Grab von Prälat Birkenfeld (1885-1955). Er war viele Jahre Rektor der Klosterkirche.

Im Klostergarten, der jedoch für Besucher nur nach Absprache geöffnet ist, sind verschiedene Kunstwerke zu sehen, darunter eine Lourdesgrotte, die an die Marienerscheinungen in Lourdes erinnert.

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